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28.05.2011: Freiburg, Vauban und Innenstadt: Ärger bei nicht angemeldeter „Bass-Demo“ 

Erhebliche Lärmbelästigungen - Tritte und Böller gegen Polizeibeamte - Polizei setzt Pfefferspray ein -  Zahlreiche Beschwerden wegen Ruhestörung

Für Samstag, 28.05.2011, war auf Flyern und in Internetportalen zu einer „Bassparade“ aufgerufen worden. Eine ordnungsgemäße Anmeldung der Versammlung war nicht erfolgt. Aufgerufen wurde im Internet auch, Straßenkreuzungen zu besetzen.  

Erhebliche Geräuschbelästigung

Kurz nach 17 Uhr bewegte sich ein ca. 500 Personen starker Aufzug vom Vauban auf der Merzhauser Straße in Richtung Innenstadt. Mitgeführt wurden elf Fahrzeuge, auf denen sich zum Teil Lautsprecher befanden. Es kam zu einer erheblichen Geräuschbelästigung (zum Teil bis zu 104,5 dB in etwa 10 m Abstand mit geeichtem Messgerät gemessen). Unter den Teilnehmern befanden sich mindestens 50 gewaltbereite Personen. Weiterhin ca. 50 – 100 Mitglieder der autonomen Szene.

Zu einer ersten Kundgebung kam es im Bereich des Hauptbahnhofs. Der ÖPNV und der Individualverkehr wurde dabei stark beeinträchtigt.

Weiter ging es über die Eisenbahnstraße, Rotteckring, Fahnenbergplatz, zurück zum Bahnhof. Aus dem Aufzug flogen vereinzelt immer wieder Böller und Rauchbomben.  

Glasflaschen, Böller und Rauchbomben gegen Polizei

Nachdem die Menschenmenge am Bahnhof vorbeigezogen war, wollte der Aufzug entgegen der Absprache von der Schnewlinstraße in die Wilhelmstraße abbiegen. Dort kam es dann gegen 20:15 Uhr zu Rangeleien zwischen Aufzugsteilnehmern und Polizisten. Gezielt wurden Polizeibeamte mit Glasflaschen, Böllern und Rauchbomben beworfen. Einzelne Personen hatten sich vermummt. Vermummte versuchten massiv, Polizeibeamte abzudrängen und eine Sperrkette zu durchbrechen. Hierbei agierten die Angreifer teilweise im Schutz des mitgeführten Fronttransparentes. So wurde gegen die eingesetzten Polizeibeamten von Personen hinter dem Transparent massiv getreten und geschlagen. In dieser Situation wurde von den Einsatzkräften Pfefferspray eingesetzt.

Durch Vermittlung einer Ansprechpartnerin war es letztendlich gelungen, den Aufzug auf die Schnewlinstraße zurückzuführen und ins Vauban zu begleiten. Auf dem Weg dorthin flogen immer wieder Böller und Rauchbomben. 

Mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet

Das Gesamtgepräge des Aufzugs war aggressiv, beleidigend und provozierend. An einer Auseinandersetzung mit der Polizei war von einigen der Teilnehmer stark gelegen. Die Polizei hat gegen mindestens sieben Personen ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Versammlungsgesetz (u.a. Vermummung) eingeleitet.

Nachdem die Bassparade im Vauban angekommen war, gingen bei der Polizei zahlreiche Anrufe wegen Ruhestörung ein.